
Die Beschwichtigungs Signale der Hunde
In der Literatur der
Wölfe finden wir bestimmte Merkmale ihrer Körpersprache beschrieben, die als "Calmin Signals" oder "Cut off Signals" bezeichnet
werden, weil die Beobachter gesehen haben, wie der Gebrauch dieser Signale
Aggressionen stoppte. Hunde haben dieselben sozialen Fähigkeiten, Konflikte
abzuwehren, wie Wölfe. Wölfe kommunizieren meist viel intensiver und direkter
miteinander, aber auch unsere Hunde können ebenfalls sehr deutlich und direkt
sein, aber sie haben auch eine unauffälligere und feinere Sprache, manche
sprechen sie sozusagen in Kleinbuchstaben.
Die Signale sollen alle Beteiligten beruhigen. Hunde sind
Rudeltiere, deren Sozialverhalten zu einem wesentlichen Teil durch
Konfliktvermeidung bestimmt ist. Hunde, die während ihres Aufwachsens normale
Möglichkeiten hatten, ihre Sprache im Zusammensein mit anderen Hunden zu
entwickeln, werden in der Regel sozialverträgliche Tiere mit der Fähigkeit,
Konflikte zu lösen. Haben sie einen Teil dieses so wichtigen
Kommunikationssystems verloren, dann oft deshalb, weil sie von Menschen, die
diese Signale falsch interpretiert oder nicht erkannten, bestraft wurden, als sie
zu beschwichtigen versuchten. So wagen sie es nicht mehr, diese Signale
einzusetzen.
Manchmal haben sie ihre Sprache auch aufgrund von fortgesetztem
Mobbing oder durch Attacken anderer, vielleicht aggressiver und schlecht
sozialisierter Hunde verloren, die sie trotz aller Beschwichtigungsversuche
angegriffen haben. Sofern sie einen Teil ihrer Sprache und die Fähigkeit zum
sozialen Umgang behalten haben, versuchen Hunde jedenfalls ganz eindeutig
Konflikte zu vermeiden.
Hunde verwenden Sprache und Signale die ganze Zeit, in
der sie wach sind und die geringste Kleinigkeit um sie herum geschieht.
Die "Droh Signale" Drohgebärden
Das
Ausdrucksrepertoire des Hundes beinhaltet aber auch Drohgebärden, die auch als
distanzfordernde Signale bezeichnet werden. Sie bestehen aus:
Zähnefletschen, Scheinangriff, Schnappen, Knurren, Bellen
Sie haben zum Ziel, das Unbehagen auslösende Element auf Abstand zu
halten, es zu vertreiben. Das, was Hunde an uns Menschen bedrohlich finden, ist
unter anderem zorniges und aggressives Verhalten, dass wir direkt auf sie
zugehen, uns über sie beugen, sie anstarren, sie festhalten und ähnliches. Ein
Hund wird in der Regel als erstes versuchen, den Bedroher zu beschwichtigen, es
sei denn, die Bedrohung kommt völlig unerwartet, etwa wenn ein Kind stolpert
und auf einen schlafenden Hund fällt. Wenn wir in der Nähe eines Hundes sind,
haben wir immer die Wahl. Wir können uns drohend und damit feindlich verhalten
oder beschwichtigen und damit freundlich sein. Wir haben diese Wahlmöglichkeit
jederzeit, und wie immer wir uns entscheiden, es wird Auswirkungen auf unsere
Beziehung zu diesem Hund haben. Wenn Sie eine drohende Haltung einnehmen, muß
der Konfliktlöser Hund versuchen, Sie zu beschwichtigen. Falls dies nicht
gelingt, wird er versuchen, Sie zu vertreiben.
Die "Beschwichtigungs Signale" Calming Signals
Von wie vielen Signalen sprechen wir?
Wir kennen achtundzwanzig, neunundzwanzig. Manche dieser Signale
sind doppelt belegt, in dem Sinne, dass Sie in manchen Situationen einem
anderen Zweck als der Beschwichtigung dienen. Manche werden blitzschnell,
andere länger gezeigt. Es braucht wie gesagt ein wenig Zeit und Übung bevor man
gelernt hat, sie alle zu erkennen, aber es ist die Arbeit und den Zeitaufwand
wirklich wert. Sie werden in der Lage sein zu erkennen, was zum Beispiel in
Ihrem Hund vor sich geht, wenn Sie dazwischengehen, um eine unangenehme
Entwicklung zu stoppen oder ihm aus einer bedrohlichen Situation herauszuhelfen.
Denn schließlich sind Sie der Rudelführer, der nicht nur das Rudel leitet,
sondern auch sein Rudel im Angriffsfall mit beschützen sol1te.
Hier werden nun die Signa1e in zusammengefasster Form beschrieben:
Den Kopf abwenden
Der Hund dreht den Kopf erst zur einen und dann zur anderen Seite,
oder er wendet den Kopf für eine längere Zeit ab. Manchmal ist die
Bewegung kaum erkennbar, manchmal dreht er den Kopf beinahe übertrieben
deutlich weg. Ihr Hund wird dieses Kopfabwenden vielleicht einsetzen, wenn ein
anderer Hund ein bisschen zu schnell oder zu direkt auf ihn zukommt. Ihr Hund
könnte auch den Kopf zur Seite drehen, wenn Sie sich über ihn beugen, umarmen,
hochheben oder Sie seine Ihnen abgewandte Körperseite tätscheln. Vielleicht
steht er still, wendet aber den Kopf ab - das reicht schon, um Ihnen zu sagen,
dass er sich in der momentanen Situation unwohl fühlt. Sie können dieses Signal
auch selbst wirkungsvoll einsetzen. Falls ein Hund sich unsicher verhält oder
Beschwichtigungssignale aussendet, während Sie auf ihn zugehen, sollten
Sie den Kopf abwenden.
Der Gebrauch der Augen; Augenlider senken, Augenzwinkern
Manchmal wendet der Hund den Kopf gar nicht oder nur minimal ab,
sondern läßt statt dessen nur die Augen von einer Seite zur anderen wandern und
zieht es vor, stocksteif zu sein. Das wird beispielsweise so sein, wenn Sie den
Hund umschlungen halten und ihm so die Möglichkeit nehmen, den Kopf
wegzudrehen. Manchmal lässt er nicht nur seine Augen gleiten, sondern er
blinzelt auch noch recht hastig. In wieder anderen Fällen wird er die Augen nur
auf- und zumachen und sie nicht nach links und rechts rollen. Auch dieses
Signal können Sie selbst anwenden, wenn ihnen die Möglichkeit fehlt, den
Kopf zu wenden wie z.B. wenn der angriffsbereite Hund bereits vor
ihnen steht. Der Gebrauch der Augen kann auch darin bestehen, "den Blick
zu verkürzen". Das bedeutet, nicht zu starren, sondern die Augenlider zu
senken und dadurch den Blick weicher zu machen.
Sich abwenden; Kopf, Seite, Rücken
Jemandem die Flanke oder das Hinterteil zuzudrehen ist ein stark
beschwichtigendes Signal. Dieses Signal zeigen Hunde oft, wenn jemand plötzlich
auftaucht oder zu schnell auf sie zugeht. Wenn sich erwachsene Hunde von Welpen
und Junghunden zu sehr geplagt fühlen, wenden sie sich in den meisten Fällen
ab. Sie selbst können dieses Signal anwenden, wenn sich ein Hund von Ihnen
bedroht fühlt und bereits aggressiv ist, indem Sie sich wegdrehen. Auch wenn
Sie ein Hund vor Freude anspringt, drehen Sie ihm den Rücken zu. Vergessen Sie
aber nicht, ihn dann zu begrüßen und zu loben, wenn er verstanden hat und nicht
mehr springt.
Die Nase lecken
Der Hund leckt sich das Maul mit einer raschen Zungenbewegung, in
der Regel hinauf bis zur Nase, aber nicht immer. Das Lecken geschieht oft so
schnell, dass man es fast nicht bemerkt. Ein Hund macht das oft, wenn er einem
anderen Hund begegnet oder Sie sich zum Beispiel über ihren Hund, beugen, ihn
greifen, mit ärgerlicher Stimme ansprechen oder festhalten. Sie können dieses
Signal natürlich bis zu einem gewissen Grad auch selbst anwenden, indem Sie
sich mit der Zunge über den Mund fahren. Aber es gibt natürlich auch
Situationen, in denen das eher seltsam auf Ihre Mitmenschen wirkt.
Das Erstarren / Einfrieren
Ihr Hund wird manchmal in stehender, sitzender oder liegender
Haltung "einfrieren" und sich vollkommen passiv verhalten, um sein
Gegenüber zu beschwichtigen. Zwei Rüden, die sich treffen, werden sich sehr
vorsichtig und abwägend verhalten, um keinen Konflikt heraufzubeschwören. Sie
werden sich oftmals langsam bewegen und plötzlich in eingefrorener Stellung
verharren, bis sich einer von ihnen langsam entfernt. Wenn Sie Ihrem Hund
voller Zorn oder Aggression ein Kommando geben, werden sie nicht selten sehen,
dass der Hund wie festgefroren in seiner Position erstarrt und so aussieht als
hätte er überhaupt nichts gehört. Auch Sie können dieses Signal einsetzen indem
sie stocksteif stehen und blinzeln, dann Kopf abwenden und sich langsam
entfernen.
Langsame Bewegungen
Schnelle Bewegungen wirken bedrohlich, langsame Bewegungen haben
einen beschwichtigenden Effekt. Manchmal reduziert Ihr Hund sein Tempo nur ein
wenig, andere Male bremst er so stark ab, dass fast keine Bewegung mehr zu
erkennen ist. Achten Sie einmal darauf, wenn Sie das nächste Mal mit lhrem Hund
draußen sind und er plötzlich beginnt, sein Tempo zu drosseln. Anstatt ihn
auszuschimpfen oder zu sich zu ziehen, sollten Sie Ausschau halten - kommt
Ihnen da etwas entgegen, von dem der .Hund meint, es beschwichtigen zu müssen?
Ihr Hund wendet langsame Bewegungen in vielen Situationen an, über die Sie
nicht einmal nachdenken. Wenn Sie ihren Hund rufen und Ihre Stimme aggressiv
und gereizt k1ingt, wird er in den meisten Fällen sofort das Tempo
verlangsamen, um zu Ihnen zu kommen. Die streng befehlende Stimme wird sehr oft
zur Folge haben, dass das gegebene Kommando nur im Schneckentempo ausgeführt
wird. Wenn mehrere Hunde zusammenkommen und einige von ihnen sehr aufgedreht
sind, werden sie in der Regel beobachten können, dass mindestens einer der
Hunde versucht, die Hektik zu mildern. Vielleicht verharrt er sogar ganz still,
um die anderen zu beruhigen.
Das Wedeln
Wenn ein Hund mit dem Schwanz wedelt, muss das keineswegs bedeuten,
dass er sich freut. Tritt das Wedeln zusammen mit Signalen des
Ausdrucksverhaltens auf, die etwas anderes sagen, versucht der Hund zu
beschwichtigen. Beispielsweise er kommt in abgesenkter Stellung auf einen zu,
senkt den Blick dabei und wedelt vorsichtig mit dem Schwanz, so beschwichtigt
er eindeutig. In vielen Situationen könnte man sagen, dass das Wedeln
gewissermaßen eine weiße Fahne ist, eine Bitte um Verschonung – also ein
Beschwichtigungssignal.
Die Vorderkörpertiefstellung
Wenn der Oberkörper und die Vorderläufe gesenkt werden zur
sogenannten Vorderkörpertiefstellung, handelt es sich in vielen Fällen um eine
Einladung zum Spiel - weshalb wir diese Haltung auch als Spielhaltung
bezeichnen, Der Hund wird sich dann oftmals leicht hin und her bewegen,
eventuell bellen und insgesamt fröhlich und auffordernd wirken. Andere Male
werden sie vielleicht beobachten, dass er den Oberkörper senkt und in dieser
Haltung einen Moment verharrt oder dass er eventuell vorne runtergeht, gleich
wieder hochkommt und vielleicht noch andere Beschwichtigungssignale zeigt. Auch
ein zu wildes Spiel kann durch dieses Signal beschwichtigt werden, indem der
Hund die Tiefstellung einnimmt und dabei verharrt. Manchmal kann man
beobachten, dass erwachsene Hunde die Vorderkörpertiefstellung gegenüber
ängstlichen Welpen anwenden. Sie wollen in diesem Moment wahrscheinlich gar
nicht unbedingt spielen, aber diese Haltung hat einen beruhigenden Effekt und
wird deshalb als Beschwichtigungssigna! eingesetzt.
Das Hinsetzen
Manchmal setzt sich der Hund einfach hin. Und manchmal wendet er
einem, des größeren Effekts wegen, den Rücken zu, bevor er sich setzt. Ein
erwachsener Hund lief sehr stürmisch auf den Junghund zu, worauf sich dieser
beschwichtigend hinsetzte Sie können dieses Signal leicht selbst anwenden. Ist
Ihr Hund oder der Hund eines anderen unsicher, gestresst, quengelig oder
unruhig, denn setzen Sie sich hin und entspannen Sie sich. Lesen Sie Zeitung,
machen Sie den Fernseher an oder sitzen sie einfach nur da. Das hat einen
unglaublich beschwichtigenden Effekt. Der Hund hat dadurch die Möglichkeit,
ebenfalls zu entspannen und oftmals kommt er dann an und beschnüffelt die
Angelegenheit in Ruhe.
Das Hinlegen
Was das betrifft, kursieren eine Reihe von Missverständnissen. Wenn
ein Hund sich auf den Rücken legt, mit Bauch und Beinen nach oben, kann dies in
einigen Fällen als Unterwerfung bezeichnet werden. Legt er sich auf den Bauch,
die Beine am Boden, so hat dies nichts mit Unterwerfung zu tun. Vielmehr ist es
eines der stärksten Beschwichtigungssignale, die es gibt. Oftmals wird ein
ranghoher Hund sich hinlegen und still liegen bleiben, um Ruhe und Ordnung in
ein Hunderudel zu bringen. Ihr Hund wird dieses Signal zum Beispiel einsetzen,
wenn das Spiel um ihn herum zu wild wird. Ein erwachsener Hund legt sich hin,
um einen anderen, unsicheren Hund zu beruhigen. Die Wirkung des Hinlegens ist
stark, und deshalb auch für Sie eines der besten und effektivsten Mittel ihren
Hund zu beschwichtigen. Legen Sie sich auf das Sofa, schauen Sie fern, lesen
Sie ein Buch – Sie werden keine bessere Methode finden, um einen Hund zur Ruhe
zu bringen.
Das Gähnen
Dieses Signal finden die Leute so interessant, dass es immer eine
Menge Kommentare dazu gibt. Wir Menschen gähnen viel, wenn wir müde oder
gestresst sind oder uns in einer angespannten Situation befinden. Das tun Hunde
auch, aber Hunde gähnen viel öfter zu Beschwichtigung als vor Müdigkeit. Sie
werden beobachten können, dass Ihr Hund gähnt, wenn er aufgeregt ist, wie eventuell
im Wartezimmer des Tierarztes. Aber auch in Situationen, in denen Sie mit Ihren
Kindern schimpfen, Ehepartner streiten oder auf andere Art Lärm und Spannungen
verursachen. Vergessen Sie nicht, dass für den Konfliktlöser Hund jede sich
anbahnende Auseinandersetzung etwas ist, das gestoppt werden muss. Gähnen ist
etwas, dass Sie selbst effektiv einsetzen können, um Ihren Hund zu
beschwichtigen.
Im Bogen gehen
Hunde gehen normalerweise nicht direkt aufeinander zu. Sie tun es
vielleicht, wenn sie sich gut kennen, oder wenn sie sich aus anderen Gründen
voll vertrauen. Manchmal senden sie einander so viele beschwichtigende Signale,
dass sie es riskieren, geradewegs auf den anderen zuzugehen. Aber für
gewöhnlich ändern sie die Richtung ein bisschen oder auch, je nach Situation -
ganz deutlich. Das ist der Grund, warum die meisten Hunde so unsicher und
verteidigungsbereit sind, wenn wir sie zwingen, geradewegs an einem anderen
Hund vorbeizugehen. Wir können den Hunden beibringen, nahezu frontal
aufeinander zuzugehen, aber das geht nur über ein entsprechendes Training. Sie
können selbst ebenfalls einen Bogen schlagen, wenn sie einem Hund begegnen.
Könnte der Hund frei entscheiden, würde er evtl. beim Spazierengehen sogar auf
die andere Körperseite wechseln, um beschwichtigen zu können. Auch bei uns
Menschen gibt es nicht von ungefähr das Sprichwort: "Da mache ich lieber
einen Bogen drum herum".
Ignorieren
Rottweiler Max traf einen anderen großen Rüden auf dem Weg und
schlug einen Bogen, während er gleichzeitig so tat, als wäre der andere gar
nicht da. In solchen Situationen sind Hunde Meister darin, einander komplett zu
ignorieren. Auch dieses Verhalten kann man als Beschwichtigungssignal
bezeichnen. Es hat jedenfalls einen unglaublichen beschwichtigenden Effekt.
Am Boden schnüffeln
Alle Hunde schnüffeln auf dem Boden, werden Sie sagen, Ja, das tun
sie, und oft schnüffeln sie, um Gerüche zu studieren und weil sie es lieben,
"Zeitung zu lesen". Aber Schnüffeln ist tatsächlich auch ein häufig
gebrauchtes Beschwichtigungssignal. Diese Art Schnüffeln kann ein Entlangführen
der Nase über den Erdboden sein, ohne dass die Nase ihn berührt Es kann auch
eine Berührung des Bodens mit anschließendem Hochnehmen sein. In manchen Fällen
ist es ein ausgiebiges Schnüffeln auf einer Stelle, und in anderen Fällen
werden Sie sehen, dass die Nase den Boden beschnuppert, während die Augen das
verfolgen, was im Umkreis geschieht und was der Hund zu beschwichtigen
versucht. Sie sollten einfach in ihrer Gesamtheit betrachten, um herauszufinden,
um was es eigentlich wirklich geht. Und manchmal bleibt uns nichts anderes
übrig als zu raten. Wenn sie Ihrem Hund das Herankommen befehlen, wird er ab
und zu darauf reagieren, indem er auf dem Boden schnüffelt. Er tut es nicht.
weil er sich dominant fühlt, die Führung übernehmen will und deshalb den
Gehorsam verweigert, sondern weil er eine Irritation in Ihrer Stimme hört oder
weil Sie eine drohende Haltung einnehmen.
Das Dazwischen-gehen / Splitten
Sich körperlich zwischen Hunde oder Leute zu drängen soll
verhindern, dass allzu große Nähe in einem Konflikt endet. Ein Gedränge
zwischen Hunden aufzulösen, die nicht zum selben Rudel gehören, ist besonders
wichtig, aber auch innerhalb des Rudels kann dieses Gedränge ein Anzeichen für
einen möglichen Konflikt sein. Viele Leute missverstehen dieses Dazwischengehen
des Hundes und glauben, es habe etwas mit Eifersucht zu tun. Aber das ist
höchst unwahrscheinlich. Wenn zwei Hunde spielerisch miteinander raufen und es
etwas zu grob wird, kann ein dritter Hund dazwischengehen und sie trennen,
indem er sich von hinten oder von der Seite nähert. Auch wir können splitten
gehen. Wenn zwei Hunde beginnen, angespannt aufeinander zu reagieren, stellen
Sie sich ganz einfach dazwischen, falls noch etwas Platz ist. Bellt Ihr Hund
etwas oder jemanden an, stellen Sie sich vor Ihren Hund und damit zwischen ihn
und das angebellte Objekt.
Die Pfote heben
Die Pfote heben ist ein Beschwichtigungssignal, dass sie hin und
wieder beobachten können, allerdings nicht sehr häufig. Beispiel: Eine Hündin
sollte von vorne fotografiert werden und fühlte sich durch die auf sie
gerichtete Kamera sichtlich unwohl. Während sie dasaß, schaute sie ständig zur
Seite und hob mal die eine, mal die andere Pfote, bis die Fotositzung vorbei
war.
Das Markieren
Manchmal geschieht es aus purem Stress, so wie manche Menschen
ständig auf die Toilette müssen, wenn sie unter Stress stehen. In
anderen Fällen benutzen Hunde es zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls. So wie
wir beispielsweise mit anderen eine Tasse Kaffee trinken, pinkeln die Hunde in
Gesellschaft und tun damit gemeinsam etwas Unverfängliches. Bei einer Gruppe
von Hunden können sie oft beobachten, wie die ganze Gruppe mehr oder weniger
auf dieselbe Stelle pinkelt, wobei es in diesem Fall ganz zufällig ist, wer
zuerst pinkelt und wer zuletzt.
Übersprungshandlungen
Übersprungshandlungen könnte man auch beschreiben als "etwas
ganz anderes tun". Hunde zeigen dieses Verhalten oft, ohne dass uns
bewusst ist, weshalb. Beispielsweise ein Hund läuft auf einen Menschen zu, um
ihn zu begrüßen, aber der Mensch blieb stehen und schwenkte die Arme abwehrend
durch die Luft. Das wurde dem Hund unheimlich, so dass er sich ein Stöckchen
suchte und damit herumlief, wobei er versuchte, den Menschen zu ignorieren.
Denn wenn ein Hund in angespannter Situationen plötzlich mit
Vorderkörpertiefstellung, Urinieren oder Abdrehen mit Schnüffeln reagiert,
handelt es sich um ein Beschwichtigungssignal.
Das Lächeln
Das Lächeln benutzen manche Hunde zur freundlichen Kontaktaufnahme,
während andere es deutlich als Beschwichtigungssignal einsetzen. Dabei hat der
Hund das Maul geöffnet, als wenn er hecheln würde, wobei die Zunge dabei nicht
aus dem Maul hängt.
Andere Signale
Außerdem gibt es noch Signale, die in Einzelfällen zu beobachten
sind. Wie:
mit den Lippen schmatzen,
das Gesicht glattziehen (Welpengesicht),
sich kindisch bzw. “welpisch” benehmen, obwohl der Hund erwachsen
ist.
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